Cover von Rainbow Rowell: Fangirl, vor einem Bücherregal

Manche Bücher sind irgendwie magisch. Sie holen mich einfach an einem Punkt ab, an dem ich gerade bin oder an dem ich einmal war, und zeigen mir die Momente und Gefühle von wichtigen Erlebnissen noch einmal von außen.

„Fangirl“ ist mit dem Handlungsort Uni, der scheuen Protagonistin Cath und ihren Sorgen und dem Pendeln zwischen Welten so ein Buch für mich geworden. Das Buch dreht sich um Cath und Wren – Zwillinge, die lange auch wirklich unverwechselbar waren. Sie wuchsen nicht nur als Schwestern, sondern auch als beste Freundinnen auf und waren unzertrennlich. Doch mit dem Beginn der Uni will sich Wren auch mal etwas „Eigenes“ suchen – und Cath fühlt sich stehen gelassen und abgelöst.

Die ganz großen Fragen der Identität als junge Erwachsene und von Selbstvertrauen unter Fremden werden dabei anhand von einem spannenden Handlungsstrang diskutiert: Cath schreibt unter einem relativ berühmten Pseudonym Fanfiction und hat das früher auch mit Wren zusammen getan. So kommt zum Konflikt der bekannten Kindheit und der unbekannten Zukunft als Erwachsene noch der Konflikt von Fandoms und dem Kopf in den Wolken – und dem echten Leben voller Klausuren, Menschen (!) und den Erwartungen anderer. Und der Konflikt der Lebensarten: zwischen Fandoms und Parties mit viel Alkohol scheint sich immer eine neue Polarität aufzubauen.

Als Person, die sich im Laufe der letzten Jahre ähnlichen Problemen wie Cath gegenübersah, hat mich das Buch regelrecht geschüttelt. Sich komplett zu verkriechen, kann aus guten Gründen schön sein, aber so ganz ohne Menschen in einer neuen Umgebung geht es dann doch nicht. Doch das muss erst herausgefunden werden… Die Geschichte war für mich wie eine Reise voller eigener Tiefschläge und lohnendem Mut.

Und was ich auch mag: Das Fantum wird nicht völlig als kindisch und die falsche Entscheidung dargestellt!

Besonders empfehle ich dieses Buch daher den Wallflowers, die das vielleicht nur noch zum Teil sein wollen – aber auch den anderen, und natürlich allen mit Wallflowers und Introverts in ihrer Umgebung.