[Rezension] Amina Bile, Sofia Nesrine Srour, Nancy Herz: Schamlos

[Content Notice für die Rezension: Nennung von Islamfeindlichkeit, sexuellen Übergriffen, Vergewaltigung] Ich bin viel zu spät über dieses Buch gestolpert. Vielleicht, weil ich länger nicht in größeren Buchhandlungen war, vielleicht, weil ich mich in den falschen Ecken des Internets bewegt habe. Aber als ich zum ersten Mal von „Schamlos“ gehört habe, war es tatsächlich schon ein paar Wochen erschienen. Drei Muslima erzählen in diesem Buch gemeinsam von ihrem Leben – im Kontext einer oft traditionallen Erziehung und feministischen Einstellung. [Weiterlesen]

[Rezension] Kristen Roupenian: Cat Person

Mir wurde über NetGalley ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt. Obwohl mich das Buch nicht überzeugen konnte, danke ich NetGalley, der Autorin und dem Verlag dafür. [Content Notice: Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe, Victim Blaming, Gewalt gegen Kinder, Misogynie] „Cat Person“ wurde sehr aktiv auf allen Kanälen um mich herum beworben. Ich habe von anderen Menschen, oft auch von Misogynie Betroffenen gehört, dass sie sich auf das Buch freuen würden, es stand groß in Schaufenstern und auf Bücher- und Thementischen in allen Buchhandlungen, in die ich ging, das Feuilleton nahm sich des Buches an (im Nachhinein ein schlechtes Zeichen). [Weiterlesen]

[Rezension] Serenity Amber Carter: Mapmaker Malique – Iriliquium

Ich hatte im Oktober sehr viel mehr Glück als üblich – und habe ein Buch bei einer dieser wunderbaren Verlosungen über Twitter gewonnen! Ich habe mich sehr gefreut, denn ansonsten hätte es wohl noch etwas gedauert, bis ich mir „Mapmaker Malique: Iriliquium“ gekauft hätte. Auch so bin ich erst 2019 zum Lesen gekommen, aber das Warten war es wert! Der Roman folgt Malique, einem 16-jährigen Kartenmacher nach seiner beendeten Ausbildung auf seiner ersten großen Reise durch die Galaxien. [Weiterlesen]

[Rezension] Liv Strömquist: Der Ursprung der Liebe

[Content Notice: Sexuelle Übergriffe, Patriarchat, Antifeminismus] Ich habe dieses Jahr ein wunderbares Geburtstagsgeschenk bekommen, und weil es sehr unbekannt ist, muss ich euch unbedingt davon erzählen. Liv Strömquists „Der Ursprung der Liebe“ ist nichts von dem, was der Titel zunächst denken lässt: Statt bekannte Romantik darzustellen, dekonstruiert das Buch genau dieses Konzept nach allen Regeln und in allen Formen der Kunst. Dabei werden kulturelle Normen und ihre Entstehung und Entwicklung über die Jahrhunderte referenziert, die Beziehungen zwischen und Selbstbilder von Männern und Frauen, und ganz nebenbei wird die seltsame Dualität der Mono-Hetero-Hochzeit erklärt, die von Frauen oft gewollt und von Männern gefürchtet wird, obwohl es Frauen finanziell und emotional innerhalb dieser Ehen meistens schlechter und Männern besser als vorher geht. [Weiterlesen]

[Rezension] Nnedi Okorafor: Binti

Mir wurde über NetGalley ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt. Ich danke NetGalley, der Autorin und dem Verlag dafür. Ich liebe Nnedi Okorafors Schreibstil. „Who Fears Death” war so wundervoll geschrieben wie herausfordernd zu lesen, und als weiße und eurozentrisch aufgewachsene Person sollte ich mich einfach auch mal ab und zu (und viel öfter) so durchschütteln und aus meiner privilegierten Ecke rütteln lassen. Mit „Binti“ war es etwas spannend. Im Vorfeld sagten zwei Menschen in meinem Umfeld doch sehr viel Negatives über das Buch. [Weiterlesen]

[Rezension] Nnedi Okorafor: Who Fears Death

[Content Notice für die Rezension: Nennung von Vergewaltigung, Genitalverstümmelung, Steinigung, Völkermord, Rassismus. Eine Content Notice für das Buch gibt es unten, dabei ergeben sich geringe Spoiler.] Das Leseverhalten von den meisten von uns beschränkt sich auf einen sehr speziellen Kanon. Wir lesen Geschichten über weiße cis Protagonist*innen in monogamen Hetero-Pairings, die irgendwo in Europa oder Nordamerika in von Weißen geprägten Gesellschaften spielen. Frauen dürfen höchstens mal Protagonistin sein, Heldenfiguren bleiben männlich, und alles erklären und alles wissen müssen sie sowieso. [Weiterlesen]

Und immer diese SuBs

Erfolgsdenken und Lesevergnügen

Ein Throwback zu meinem alten Blog, dort veröffentlicht Anfang Januar 2018, und immer noch irgendwie relevant. Ich schreibe es jetzt einfach: Ich habe über das letzte Jahr zehn Bücher gelesen. Zehn Bücher in ganz 2017. Davon sogar einige fürs Studium, denn bis zum Ende des Sommersemesters im September war ich noch immatrikuliert – erst danach habe ich von dem Verwaltungsfehler erfahren und davon, dass ich erst im Oktober 2018 mein neues Nebenfach anfangen darf. [Weiterlesen]

[Rezension] R.A. Prum und S.C. Kreuer: Der Schleier der Welt

Vielen, vielen Dank an die beiden Autor*innen für das Rezensionsexemplar! Ich habe mich sehr, sehr gefreut und freue mich auch immer noch unglaublich über den Austausch mit euch! „Der Schleier der Welt“ hätte mich wahrscheinlich auch sehr interessiert, wenn ich nur im Laden darüber gestolpert wäre. Werwölfe, eine sarkastische und schlagfertige Privatdetektivin und dazu mal ein kleiner Hintergrund der Protagonistin, die nicht völlig losgelöst in eine magische Welt übersiedeln kann? Es klang von Anfang an super! [Weiterlesen]

[Rezension] Antonia von der Behrens (Hrsg.): Kein Schlusswort – Nazi-Terror, Sicherheitsbehörden, Unterstützernetzwerk

Der NSU und der Prozess, Teil 3

[Content Notice: Nazis, Rassismus, Polizei, Gerichte] ***** Diese Rezension ist Teil meiner Artikelreihe zum NSU. Alle Artikel dieser Reihe findet ihr unten verlinkt. Der NSU-Prozess hatte einen hohen symbolischen Stellenwert. Zunächst, weil wichtige und große Verbrechen aufgeklärt werden sollten – aber vor allem, weil auch die Versäumnisse der ermittelnden Behörden aufgearbeitet werden sollten. Inzwischen ist der Prozess vorbei und wir wissen, dass genau das nicht passiert ist. Umso wichtiger ist es, die Informationen über die Taten aufzuarbeiten, die für den Prozess zusammengetragen wurden. [Weiterlesen]

[Rezension] Annina Safran: Der Spiegelwächter

Mir wurde über NetGalley ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt. Obwohl mich das Buch nicht überzeugen konnte, danke ich NetGalley, der Autorin und dem Verlag dafür. Ich fand den Klappentext des Buches und die Ästhetik im Cover sehr spannend. Geschichten mit einer anderen Welt kenne ich einige, auch einige mit einer anderen Welt auf einer anderen Seite des Spiegels. Die meisten davon machte eine besondere Eigenschaft dieser anderen Welt aus, die das Buch für mich von den jeweiligen anderen abgehoben hat – oder es haben mich tolle Figuren darüber hinweg getragen, dass ihre Geschichten vielleicht nicht die einfallsreichsten des Jahres waren. [Weiterlesen]